Die neue Ausstellung 'Flächen - Körper - Klang' zeigt Zeichnungen und Skulpturen von Hans Aeschbacher, Mariann Grunder, Erwin Rehmann und Oscar Wiggli. Im Kunst-Schau-Fenster #8: Andrea Brunner, Audioinstallation.
Die Ausstellung "Flächen-Körper-Klang" zeigt Zeichnungen und Skulpturen der vier bedeutenden Schweizer Bildhauer Hans Aeschbacher (1906-1980), Mariann Grunder (*1926), Erwin Rehmann (*1921) und Oscar Wiggli (*1927). Auf Wigglis Eisenplastiken und Zeichnungen werden zusätzlich Klänge einströmen. Bereits seit Mitte der 80er Jahre widmet er sich elektroakustischen Klangwelten und ist als Komponist tätig. Ebenfalls mit Klängen und Sound beschäftigt sich Andrea Brunner: Sie verwandelt das Kunst-Schau-Fenster in zwei Klangkästen.
Viele Jahre sind vergangen seit den legendären Bieler Plastik-Ausstellungen, an denen Aeschbacher, Grunder, Rehmann und Wiggli jeweils teilgenommen hatten und an denen ihre überdimensionierten Eisenplastiken oder Steinskulpturen im Freien zu sehen waren. In der Ausstellung nun kann man einer Auswahl an Plastiken, die mit Arbeiten auf Papier kombiniert werden, wieder begegnen.
Alle vier Bildhauer können auf ein langjähriges Œuvre zurückblicken. Sie haben jahrzehntelang plastisch gearbeitet und parallel dazu gezeichnet. Dabei sind nicht (nur) typische Bildhauerzeichnungen entstanden, die eine Vorstufe für das dreidimensionale Werk sind oder als Entwurf und Skizze im Sinne eines Werkprozesses dienen, sondern eigenständige spontane Reihen. Die Zeichnung ist ein Medium das viel Freiraum offen lässt. Mit Bleistift, Kohle, Filzstift oder Tusche hinterliessen die vier Kunstschaffenden ohne grossen Kraftaufwand weiche geschwungene Spuren auf der weissen Fläche.
Oft nimmt die Zeichnung etwas vorweg, was in späteren bildhauerischen Arbeiten wieder auftaucht. Bei Mariann Grunder sind dies beispielsweise die in Stein gehauenen Kanten und Linien, die in zahlreichen Blättern wieder aufscheinen. Bei Aeschbacher die geometrische Formensprache, die auch bei den Stelen zum Ausdruck kommt. Erwin Rehmann setzt Skizzen und Zeichnungen zum Teil für die Visualisierungen seiner späteren Metallplastiken ein, lässt sich aber auch von der Beschaffenheit des Materials zu neuen Strukturenbildern inspirieren. Zeichnungen von Oscar Wiggli zeugen von Rhythmik und Tanz, die teils in seinen Plastiken wieder zu entdecken sind.
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